Sibirski Bazaar

 
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Drum Bun

... auf in den Osten ...

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Langsam aber sicher nimmt der Osten überhand - die Faszination lässt nicht nach und je mehr wir uns mit den verschiedenen Kulturen und Länder auseinandersetzen desto stärker wird der Drang möglichst viel von dieser Vielschichtigkeit aufzunehmen. So entschlossen wir uns nun nach einem Jahr harter Arbeit zu einem kleinen Trip nach Rumänien.

Gabriel Ammon sam hoehn

 
   

Von Luzern an die rumänische Grenze

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Von Luzern gings durch die Ostschweiz, quer durch Österreich mit halt in Wien, durch Ungarn an den rumänischen Zoll bei Nagilak. Eine schweisstreibende Fahrt zu dritt im VW-Bus. Es ist ungemein heiss und die Sonne brennt sich vom frühen Morgen bis zum späten Nachmittag in unsere Haut. Das für uns gewöhnliche Einstimmen; wir leben ein paar Tage auf Raststätten im und neben dem Wagen - was sich uns langsam aber sicher anmerken lässt. Bei dieser Art die Schweiz zu verlassen und auf ein ungewisses Ziel hin zu arbeiten kann man sich wunderbar von den inzwischen schon wieder angenommen Gewohnheiten des Lebens an festen Standort entfernen und lernt wieder mit einer Pfanne auf einem Feuer zu kochen, die Kleider nicht mehr so häufig zu wechseln, vorwiegend von der Sonne gesteamte Wasserflaschen und Biere zu konsumieren und eben halt alles was dazugehört.

Gezeichnet von den Letztjährigen Zollerfahrungen in der Ukraine und in Russland, waren wir auf alles gefasst - fast schon "leider" verlief das ganz ungewohnt problemlos (seit dem EU-Beitritt von Rumänien gibt's ja keinen Zoll mehr). Und schon ist man da - irgendwo kurz vor Arat. Kaum ein Unterschied zu Ungarn, gute Strassen und viele Baustellen auf welchen Gebäude mit modernster Technik und auf neustem Stand entstehen. Irgendwie etwas erschrocken reisen wir durch die wunderschöne Gegend der Karpaten. Prächtige Wälder, Nationalparks und Landwirtschaft zieht sich entlang der Hauptstrasse. Die nach Holzfeuern duftenden Küchen und die energische Fahrweise ist beinah das Einzige , was uns daran erinnert, dass wir im Osten sind.

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Transylvanien oder im Land des Dragula

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Auch diese Geschichte kennen wir irgendwie aus früheren Zeiten. Natürlich zieht es uns in die Gebiete des Vlad III. Drăculea. Kalt läuft es uns den Rücken runter als wir kurz vor Bran anhalten. Ein Unwetter scheint uns in seinen Bann zu nehmen. Nach einer Nacht in der Hängematte ohne grosse Zwischenfälle und leider auch ohne Dracula unter den Mauern der Burg Bran waren wir uns allerdings einig, dass es sich um eine Legende handeln muss...

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Bukarest

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Es ist heiss, der Schweiss läuft uns nur noch so runter, gegen Abend erreichen wir Bukarest. Die Hauptstadt scheint auf den ersten Blick chaotisch und im Umbau. Riesige Monumentalbauten werden abgerissen und neue Gebäude entstehen. Unterführungen werden ausgebaut und die komplette Stadt scheint neu verdrahtet zu werden. Eine Metropole entsteht. Zwischen unzähligen Kabeln, Kranen und Gerüsten blitzen noch etwas verstaubte Bauten die an vergangene Zeiten erinnern.

Bei einer Erkundungstour fällt uns auf, dass die Nebenstrassen am verrotten sind. Einstürzende Gebäude, riesige Schlaglöcher, abstürzende Balkone, Kiessträsschen und Strassenkinder. In den Seitengassen wird gelebt, fern vom Gedanken der Metropole. Leider werden diese Bilder nicht auf die westlichen Grossinvestoren treffen, welche riesige Gebäude errichten lassen.

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Zurück an der serbischen Grenze

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Nach ein paar Tagen Bukarest entscheiden wir uns für den Heimweg etwas Zeit zu nehmen und wählen die Route entlang der bulgarischen und serbischen Grenze. Schon nach wenigen Stunden Fahrt eröffnet sich uns ein neues Rumänien. Pferde- und Ochsengespanne, wunderschöne wilde Natur und einfache Dörfer. Die Strasse wird von den schiefen in vielen Farben angemalten Häuschen mit den verwilderten Gärten flankiert. Es riecht überall nach Holzfeuer, Schaschlik und brennenden Feldern.

In den Gärten wird gearbeitet - Früchte werden geerntet und direkt am Strassenrand verkauft. Hier scheint irgendwie alles stehen geblieben zu sein. Es geht alles langsamer als im oberen sich westlich ausrichtenden Teil Rumäniens und die Strassen werden kleiner und rudimentärer. Lange fahren wir gebannt von den Eindrücken entlang eines Flusses durch kleine Täler, Dörfer und über Hügel. Es ist Heiss und die Sonne brennt sich in unsere Haut.

Bei Tamna beobachten wir ein paar Kinder, welche sich im Fluss abkühlen. Die Mädchen seifen sich die Haare ein und die Knaben tauchen um die Wette. Wir passieren Ciucheta und Strehaia wobei uns die Nomaden Rumäniens mit ihren Planenwagen begegnen. Eine Eindrückliche Reise und ein Geheimtip für alle, welche sich für diese Einfachheit und die Kultur der Romas begeistern.

Gerührt von dieser kurzen aber vielseitigen Reise fahren wir langsam gen Westen und lassen in den Staus in Österreich nochmals die Highlights der letzten Tage passieren. Einmal mehr fasziniert uns die Freundlichkeit der Menschen und die Schönheit des Ostens.

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