Durch die glühende Hitze, schwirrende Vogelschwärme und vertrocknete Sonnenblumenfelder fahre ich am Landi-Steuer durch den ungarischen Osten. Wir versuchen uns die Namen der Orte zu merken, doch das ist mit diesen finn-ungrischen Buchstabenkombinationen fast unmöglich (Hajdusamson, Aradvanpuszta, Nyiradoni, Nyirihalidimi usw.). Vor Debrecen essen wir noch einen Hambi und tuckern weiter nach Nyiribator, wo wir uns in einem waldig-sandigen Camping niederlassen. Im Preis inbegriffen ist der Eintritt ins daran anschliessende Frei- und Thermalbad, wo wir unsere müden Knochen ausruhen.
Es ist der 20. August und ungarns Nationalfeiertag. Und zu diesem Anlass werden wir, wie könnte es auch anders sein, von der neben uns auf Tischen und Bänken sich installierenden Grossfamilie zum «Eben-nicht-Gulasch-aber-irgendwie-ähnlich» eingeladen. Zum voraus gibts selbst gebrannten 51-Grädigen und lange Monologe des schon sichtlich betrunkenen Patriarchen der Familie. Langsam, mithilfe des Apfelbrandes, beginnen wir die Geschichten rund um die verschiedenen unter sich verwandten Familien zu verstehen. Der gulaschartige Fleischeintopf ist fantastisch (sogar dem vegetarischen Reini mundets) und der Likör ganz ausgezeichnet. Die herzliche Gastfreundschaft dieser Leute ist beeindruckend.
Befor die ganze Sippe das Terrain schlagartig verlässt (Die Frauen Fahren die betrunkenen Patriarchen sicher nach Hause) warnt uns der dickbäuchige Clan-Chef noch unter Beschwörungen vor der Ukraine. Und er fährt erst, als wir ihm versprechen, dass wir über Rumänien ans Schwarze Meer fahren.